Stadt der Frauen

Margret Eicher

Tapisserie, 2016

280x 375cm

Die Anzahl und Anordnung der Figuren basiert auf einem Jahresbild des Playboy-Kalenders, bezieht sich also auf ein tradiertes Trivialmedium des männlichen Voyeurismus. Der Titel zitiert Frederico Fellinis surreale und satirische Tragikomödie des aus dem Jahr 1980; einer Konfrontation zwischen militantem Feminismus und typischen Männerphantasien und Männerängsten.

Der wegen der sexuellen Betonung der Frauencharaktere gegen Fellini erhobene Vorwurf der Frauenfeindlichkeit beschreibt bis heute die vermeintliche Unvereinbarkeit selbstbestimmter Weiblichkeit mit sexueller (Selbst-)Inszenierung. Entgegen dieser im Gender-Diskurs tradierten und kaum bezweifelten Überzeugung zeigt die Tapisserie 12 Heldinnen des internationalen Films, die teils macht-,teils moralbegründet als Kämpferinnen agieren. Ähnlich ihren männlichen Mitstreitern sind sie durch eine betont sexuelle und athletische Körperästhetik gekennzeichnet.

Neben Elsabeth I(Cate Blanchet), Barbarella (Jane Fonda), Neyitr (Zoe Saldana), der Kill Bill-Braut (Uma Thurman), Natasha Romanoff (Scarlett Johansson), Lara Croft, Eva/Lilith und einigen Tierfrauen aus einer Orangina-Werbekampagne thront Catwoman(Halle Berry) als Trinität über der Gruppe. Sie beinhaltet wie alle Superhelden eine menschliche und übermenschliche Doppelidentität, ist nicht eindeutig gut oder böse, vielmehr verfolgt sie ihre eigenen moralischen Vorstellungen. Neben ihrer souveränen Unabhängigkeit verkörpert sie christliche Tugenden: Sie hasst es, jemanden zu verletzen, und hat ein Herz für Arme, Kranke und Schwache.

Ein großes Tuch, an den oberen Ecken des Bildraums von puttenartig inszenierten Comic-Löwen (Charakter des Animationsfilms „Madagaskar)gehalten, suggeriert ein Fotoshooting, wodurch der mediale Blick auf die Frauen mitgedacht wird.
Citta delle Donne, der italienische Originaltitel des Films, prangt in Party-Deco-Buchstaben über der Szene und wird ebenfalls vom Löwen gehalten. (Margret Eicher, 2017)

 

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